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Noch mehr Karriere und endlich erste Antworten

Ich fühlte mich innerlich zerrissen und wurde körperlich krank. Heute weiß ich, ich hatte mich vollständig von mir getrennt und mich im Sumpf der Wissenschaft verloren.

Mit dem Angebot, das Institut zu übernehmen, war meine längst vergessene Stimme wieder da: "Weißt Du, was da alles auf Dich zukommt? Willst Du so viel Verantwortung übernehmen? Und so langsam musst Du doch auch begriffen haben, dass Du das System nicht verändern kannst". Aber - es ist eine Ehre, gefragt zu werden und wofür hatte ich so lange geackert? Das System konnte ich zwar nicht verändern, aber jetzt konnte ich mir meinen eigenen Raum innerhalb des Systems schaffen.

Also habe ich ein nach außen hin erfolgreiches Institut übernommen, allerdings mit dem Gefühl, vor einem Scherbenhaufen zu stehen. Ich habe begonnen, zu forschen, woher dieses Gefühl kam und wo hier die Zusammenhänge sind. Meine Erkenntnis war, dass nur auf das Äußere geachtet wurde und das Innere dabei vollkommen verkümmert ist. Damit war meine Aufgabe ganz klar - ich musste Menschlichkeit in dieses Institut bringen und (innere) Verbundenheit. Das hat mir einen wirklichen Sinn und Ziel gegeben, das ich und wir am Institut verfolgen und weitgehend auch leben. Für mich fühlt es sich heute an wie meine Oase in der Wissenschaftswüste.